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Sonntag, 21. Mai 2017

Beruhigend: Donald Trump hält in Riad Grundsatzrede über den Islam


So unbedenklich, wie ein Kindergeburtstag mit Wasserschlacht an diesem Ort: Trump in Riad (Abbildung metaphorisch)

Riad Was soll da schief gehen? US-Präsident Donald Trump, bekannt als einer der feinfühligsten und eloquentesten Diplomaten EVER hält heute im Rahmen seiner Saudi-Arabien-Reise eine Grundsatzrede über den Islam in der Hauptstadt Riad. Selbst die skeptischsten Beobachter internationaler Politik und die übelsten Unkenrufer wüssten nicht, was bei so einem Anlass schief gehen sollte.

In einer Zeit, in der das Verhältnis der muslimischen Welt zum sogenannten politischen Westen so entspannt ist wie nie, wird die Rede eines Hochintellektuellen wie Trump von allen Seiten mit Freude herbei gesehnt. Es ist ein Signal und Zeichen für ein friedliches Miteinander, dass der Versöhner Trump sich dieses Themas annimmt. 

Trump, der dafür bekannt ist, in jeder noch so heiklen Situation mit nahezu mikrosensiblem Fingerspitzengefühl die richtigen Worte zu finden, hatte indess keine großen Mühen, sich auf dieses Heimspiel vorzubereiten. Sein Berater Steve Bannon dazu gegenüber dem Anzeiger: "Kaum jemand auf diesem Planeten weiß so viel über die historische, politische und religiöse Entwicklung des Islam, wie der Präsident. Er kennt jedes Buch, jeden Artikel, jede Zeile, die von ernstzunehmenden Islamforschern und Religionsvertretern zu diesem hochkomplexen Thema geschrieben wurde. Überall auf der Welt gilt er als absolute Koryphäe, wenn es darum geht, die vielen unglaublich differenzierten Strömungen innerhalb der muslimischen Welt auseinander zu halten. Die Vorbereitung auf das Thema war also ein Kinderspiel." 

Das Ansehen des Islamexperten Trump gründet sich auch darauf, dass er weder zu einer pauschalen Verurteilung des Islam als Ganzes neigt, noch den Islam unkritisch verklärt. Akribisch wie kein zweiter trennt Trump hier Fakten von Mythen, Tatsachen von Panikmache, betont das friedliche Potential und die Errungenschaften des Islam zum einen, während er hart, aber immer konstruktiv und sachlich durchaus auch Kritik an spezifischen Punkten äußert.

Experten sind sicher: selbst wenn es dem US-Präsidenten passieren sollte, in seiner Rede eine Formulierung loszulassen, die wenn auch gut durchdacht vielleicht doch missverständlich interpretiert werden könnte, so wird dies keine großen Wellen schlagen. Religion ist im säkularen Saudi-Arabien eher ein Nischenthema, das die wenigen religiösen Menschen eher privat in ihrem Wohnzimmer ausmachen. Für einen kritischen Dialog sind die gläubigen Muslime besonders in Saudi-Arabien immer offen, und es wäre kein Fall bekannt, bei dem ein Vertreter aus dem Westen die religiösen Gefühle eines Saudis durch eine unüberlegte Bemerkung verletzt hätte.

Alles in allem sieht die Welt einem sehr entspannten Nachmittag entgegen. Was soll schon schief gehen...

Text: adg

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