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Montag, 22. Mai 2017

Lästig: komischer Typ mit Silberschale stört Philipp Lahms Abschiedsfeier

Philipp Lahm (Originalgröße)

München – Es hätte eigentlich ein entspannter Nachmittag werden sollen. Nach einer langen und höhepunktreichen Karriere verabschiedete sich Philipp Lahm am Samstag aus dem Profi-Fußball. Sein Verein, der FC Bayern München organisierte deswegen eine große Feier mit den Mannschaftskollegen und Fans in der Allianzarena. Bevor die Party losging, hat man noch den SC Freiburg für ein Abschiedsspiel nach München kommen lassen. Nach dem Spiel trübte lediglich ein Mann im schicken Anzug die Feierlaune, der Philipp Lahm ständig eine merkwürdige silberne Schale in die Hand drücken wollte.

„Man weiß ja, dass so ein Tag nicht ohne Geschenke vorbei geht. Da ist natürlich auch viel Tand dabei – aber diese unnötig große Schale, das war schon echt auffällig“, erinnert sich Lahm an das eigenwillige Präsent. Er habe aber nicht unhöflich sein wollen und zeigte dem schick angezogenen Herren, wo sich der Präsentetisch befindet. Aber er wollte sich nicht abwimmeln lassen. „Er hat immer irgendwas von ‚verdient gewonnen‘ und so gefaselt. Ich dachte schon, dass das vielleicht wieder so ein Pseudo-Gewinnspiel war. Aber der Uli (Hoeneß, Anm. d. Red) meinte, dass er den Typen schon mal irgendwo gesehen hat“, so Lahm weiter. 

Der kleine Außenverteidiger rief seinen Mannschaftskollegen Xabi Alonso zu sich, der ebenso an diesem Tag verabschiedet wurde. Doch der Mann im Anzug bestand darauf, dass Philipp Lahm selbst die Schale annimmt. Um nicht länger beim Feiern gestört zu werden, machte Lahm gute Miene zum bösen Spiel und posierte sogar kurz für ein Foto. Erneut war es dem Herrn aber nicht genug. Er bestand darauf, dass unbedingt die gesamte Mannschaft mit auf das Foto sein müsste. Vereinskollege Thomas Müller reagierte genervt: „Man spielt eine Lange, harte Saison und freut sich am Ende darauf, endlich ein paar Wochen Urlaub zu haben und möchte mit den Teamkollegen einfach ein bisschen feiern, und dann kommt ständig irgendein wichtiger Fuzzy und zerstört die ganze Stimmung. Das ist echt manchmal nicht zu begreifen, was man da als Fußballer noch an sinnlosem Zeremoniell mitmachen muss.“ 

Schließlich haben sich alle Spieler doch, wenn auch widerwillig, zum Foto mit Philipp Lahm und seiner neuen Schale eingefunden. Der Herr im Anzug war nun zufrieden und überließ die Feierwilligen wieder ihren Aktivitäten und hinterließ den bisherigen Kapitän des FC Bayern mit dem Geschenk, der es nun erstmals genauer betrachtete: „Komisch. Ich dachte erst, er hätte sich sogar die Mühe gemacht, meine bisherigen Karrierestationen für jede Saison auf der Schale einzugravieren. Die letzten fünf Jahre stimmen auch. Aber ich habe doch nie bei Dortmund gespielt.“ Auch für Lahms Tore können die eingravierten Vereinsnahmen nicht stehen: „Das war mein zweiter Gedanke. Aber ich bin mir sicher, dass ich mal gegen Leverkusen getroffen habe. Von denen steht hier aber nichts.“




Text: adg

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